Geschützt: Retouche-Job Informations

geschrieben von admin | Bildbearbeitung | Mittwoch 12 Juni 2013 11:08

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Einzelcoachings – Fragen über Fragen

geschrieben von admin | Allgemein,Bildbearbeitung,Spezielle Fotografie,Studio & Technik | Montag 30 Juli 2012 11:49

Nachdem ich immer wieder auf meine Trainings und Einzelcoachings angesprochen werde und da natürlich viieeele Fragen auftauchen…habe ich mir gedacht ich tippere einfach mal quer Beet zusammen was denn da so im Dauerzustand auftaucht. Zuallererst taucht natürlich immer die Frage nach dem Preis auf…und immer antworte ich: „Das kommt darauf an was Du denn genau willst…und brauchst.“

Ich kann nicht sagen: „Ein Einzelcoaching kostet Betrag „X“…denn soetwas geht nur bei Fotografen die bei einem solchen Coaching mehr oder weniger ein „fertiges Programm“ abspulen.

Mir liegen 2 Sachen sehr am Herzen…zum einen die Fotografie an sich…und zum anderen…dass ich bei einem Training oder einem Coaching so individuell auf die Belange und Bedürfnisse meiner Schützlinge eingehe…wie es in einem Workshop niemals möglich wäre.

Bei einem Workshop treffen bis zu 8 begeisterte Amateurfotografen aufeinander…jeder mit seinem eigenen Leistungslevel…und dementsprechend kann man innerhalb eines Workshops sicherlich eine Thematik abhandeln…aber nie so detailliert auf den einzelnen Fotografen bezogen wie ich es gerne machen würde.

Bei einem Einzelcoaching betreue ich Schützlinge auf dem Leistungsniveau von: „Ich habe gestern eine Kamera geschenkt bekommen…zeig‘ mir doch mal wie man da jetzt im Heimstudio richtig coole Shots rausholt“ bis hin zum Fotografen mit 15 Jahren Berufserfahrung…der schlichtweg auf seinem Leistungslevel „festgefressen“ ist…dem es an der Motivation fehlt sich neu aufzubauen, aus seinen Möglichkeiten ein Loch hat neue Bildideen zu entwickeln…oder dem schlichtweg der Drive fehlt neue Lichtsituationen zu bauen.

Jedes Einzelcoaching ist bei mir so individuell wie mein Schützling, der dieses bei mir bucht…und genau da setze ich an.

Ich habe 1 Tages-Coachings ebenso im Programm, wie komplette Wochenenden die über 30 Stunden hinaus andauern. Allen Coachings gemein ist, dass ich es von Grund auf so halte dass nicht auf die „Ich Chef…Du nix“ Tour baue…man sich vor mir auf die Knie werfen muss…um dann doch die kleinen Tipps und Kniffe vorbehalten werden.

Jeder hat seine eigenen Wünsche…Richtungen und Ziele, und genau diese nehme ich mir sehr genau vor. Erarbeite Konzepte was denn genau auf den jeweiligen Schützling zugeschnitten ist.

Hier gibt es kein: „ich traue mich nicht zu fragen…“ ganz im Gegenteil, wenn ich merke dass da was im Busch lauert…aber noch nicht herauswill…dann hake ich nach…wenns sein muss auf 10 Wegen bis es draussen ist.
Ein Coaching ist auch keine Schulstunde die dann „hoffentlich bald rum ist“…erst vor kurzem hatte ich jemanden bei mir ein ganzes Wochenende im Studio der extra für dieses Coaching aus der Türkei anreiste. Ich werde mit Sicherheit einen Quark tun um jemanden das Geld aus der Tasche zu ziehen um ihn dann mit einem Halbwissen nach Hause fahren zu lassen.
Bei diesem Coaching endete der Samstag morgens um 04:00 Uhr…einfach weil mein Schützling das Wissen aufsog wie ein Schwamm.

Andere kamen um 18:00 Uhr zu mir und sagten: „okaaay…für heute habe ich genug Infos, wir machen morgen weiter.“ Beides ist für mich kein Problem, wichtig ist mir dass meine Schützlinge mit dem was sie von mir bekommen zufrieden sind.

Besonders Stolz macht mich die Tatsache, dass ich heute noch zu jedem einzelnen der ein Coaching bei mir buchte, ein sehr enges freundschaftliches Verhältnis pflege.

Der eine möchte seine Skillz in Sachen Lichtführung im Bereich Fashion ausbauen, ein anderer möchte Glamourportraits angehen die so richtig rocken. Wieder andere suchen Unterstützung in der Bildbearbeitung und auch wenn es darum geht das entsprechende Licht für den Ausbau des eigenen Studios zu erwerben, führt teilweise über Einzelcoachings.
Hier wird der Grundriss des eigenen Studios als Grundlage genommen um genau auf dieser Fläche alle Möglichkeiten der Lichtsetzung auszuloten.

Was immer eine Rolle spielt, und von mir immer vorgeschlagen wird ist das Thema „Kommunikation mit dem Model“. Wie sorge ich dafür eine gewisse Grundsicherheit gerade in der Startphase eines Shootings zu bekommen? Wie unterstütze ich ein Model in Sachen Posing? Gibt es Grundposen in die ich wirklich jeden Menschen stopfen kann und er dann „gut aussieht“?
Wie verhalte ich mich wärend des Shootings, auf was sollte ich als Fotograf achten und wie kann ich die Zeit der ersten Befangenheit verkürzen?

All diese Sachen bleiben nicht aussen vor, sofern gewünscht. Ebenso zeige ich wie man unterstützend eingreift, wenn das „Model“ Klamotten aus dem Zylinder zaubert die man sooo eigentlich nicht ablichten würde. Wie kann man mit einfachen Mitteln einem recht „langweiligen“ Bildchen mehr Pep verleihen? Und wie schaffe ich es meinen Aufnahmen einfach mehr Glanz und Glamour oder ganz im gegenteil mehr mystischen Look zu verleihen?

Das Thema Bildlook ist sehr wichtig, ebenso gehe ich sehr ausführlich auf das Thema Bildschnitt und Bildaufteilung ein…sofern gewünscht.

Auch wenn man sagt: „Bei einem Coaching sind die entstehenden Bilder nicht so wichtig“…ballere ich da voll dagegen. Meine Schützlinge gehen nach einem Coaching mit Aufnahmen nach Hause die das neue Level direkt mal vor Auge führen.

Auch die Grundlagen für Fotografen die sich gerne auf eigene Füße stellen möchten werden auf Wunsch gerne abgehandelt. Wie sieht entsprechendes Marketing aus? Wie kann ich mich im Haifischbecken wie Facebook und Co. neu und „weiter oben“ platzieren? Wie komme ich an Aufträge und Jobs bei Großkunden? Auf was muss ich achten wenn ich mich als Fotograf in die Selbständigkeit stürze?

Man sieht, die Fotografie stellt viele Fragen, egalb ob auf technischer Seite, der Postproduktion oder dem Aussenherum. All dies muss individuell auf den Einzelnen Schützling optimiert und angepasst werden. Nur so ist auch sichergestellt dass wirklich jeder aus einem solchen Coaching geht und genau das bekommen hat was er auch wirklich braucht.

Ebenso individuell ist da auch die Preisgestaltung. Es gibt Trainings die bei ca. 500 EUR losgehen…aber auch Vollgas-Coachings die ein paar Taler mehr verlangen um all‘ das so zu vermitteln wie der Schützling es braucht.

Man darf eines nie vergessen…auch wenn solche Preise erstmal schocken…gerade die Wochenend-Coachings geben dem ambitionierten Fotografen die Möglichkeit eine seeehr lange Zeit an Trial & Error zu überspringen…und gerade diese Zeit kostet mit Sicherheit einiges mehr an (Lehr-) Geld als ein Coaching, was perfekt auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Natürlich beantworte ich auch weiterhin gerne Fragen zum Thema Training & Coachings, denke aber hier mal einen kleinen Überblick verschafft zu haben was denn da so im Hintergrund eine Rolle spielt.

Ganz viele liebe Grüße

Euer Zottl

Achja…als Abschluss des Romans noch ein paar Bilder die bei meinen letzten Einzelcoachings entstanden sind… 🙂

Kannsu ma schnell die Marylin…

geschrieben von admin | Bildbearbeitung,Models & Shootings | Dienstag 20 Dezember 2011 14:13

Was ein einziger Anruf so alles bewirken kann geht auf keine Kuhhaut. „Wir brauchen ’ne Marylin…bis morgen…Du kannst das doch…oder? Sag‘ bitte ja…!“
Klar…ich kann auch machen dass das Wasser den Berg hochfliesst, dass in Oberschneckenfischbach im Winter die Sonne scheint und Hunde mit Ihren Ohren Marmelade aufs Brot schmieren können…

„Sacht ma Leute…is das Euer ernst? Wo soll‘ ich denn so’n Marylinverschnitt herzaubern? Ich hab keine Doppelgängeragentur…ziehe meine Models nicht in der Zuchstation groß…und wenn ich mir so ’ne Marylin basteln will nehm‘ ich dazu Pappmachè…aber das erkennt man auf Bildern…“

Ich gebs zu…als geborener Voll-Chaot kommen solche Anfragen natürlich wie gerufen…und soooollte ich sowas hinbekommen steht fest dass ich die Bilder auch in mein Portfolio stopfen darf. Nur, woher nimmt man jetzt so’n Model die sowas m“arylinisches“ an sich hat?

Wie der Zufall es will, lernte ich vor geraumer Zeit ein „Model“ kennen welches eigentlich gar nicht wusste daß es „Model“ ist, dat hab ich ihr dann bei einem kleinen Testshooting mal aufs Brot geschmiert, und siehe da…erstes Shooting beendet….Blut geleckt…und ab sofort bereit für neues.

Also angerufen: „Du musst ins Studio kommen…heute…bessergesagt gleich…bring‘ Zeit mit…“ *g*

Nächste Amtshandlung: Daniela Pietralla klarmachen, als Drittplatzierte der deutschen Meisterschaften der der Make-Up Artists 2011 der ideale Partner für so ein Projekt…und eeeigentlich ist Daniela zwar durchweg bei uns im Studio zugange…aber halt auch nicht immer.

Tadaaaa…2 Zusagen…sooo muss das sein. Also saßen wir dann recht schnell vorm Rechner und bemühten Google um ein paar Vorlagen. Das Make-Up stand schnell fest auch beim Hairstyling gabs keine Diskussion…und die beiden tigerten ab.

Mein Job…Licht.

Also packte ich mal die nötigsten Blitzköpfe zusammen und drapierte diese um die immer noch nicht einsatzfähige Hohlkehle (weiss der Geier was das für’n Mixist…um die Hohlkehle zu beschichten…der da bestellt ist und nicht ankommen will….) dennoch war klar…Marylin muss auf der Hohlkehle abgelichtet werden. Tolle Arbeitsumstände, das Model auf der Kehle…das Licht aussen um die Kehle herum…und bloooß nicht drauflatschen, is ja immerhin strahlend weiss gestrichen.

Erster Lichtcheck…kein Witz, auf Anhieb „BÄMM“…ich stand da, schaute ungläubig aufs Display meiner Kamera…und auch wenn ich die echte Marylin nie kennenlernen durfte, das was mir da im Display entgegenlächelte, sah auch net viel anders aus als das was mir Google gezeigt hatte. *happyness*

Wir gaben Gas, und liessen es krachen…in kürzester Zeit hatten wir mehrere Sets durchgearbeitet und das Rohmaterial gesichtet. Kurzer Gegencheck beim Kunden zu nächtlicher Zeit. „GEiL!!!“

Also gings an die Bearbeitung, die sich vorsichtig gesagt…seeehr im Rahmen hielt und auf den fertigen Aufnahmen weitaus heftiger wirkt als da eigentlich gefummelt wurde. *fg*

Die Bildchen sind zwischenzeitlich beim Kunden und ich setze mich jetzt wieder an die anderen Bilder die noch drauf warten bearbeitet zu werden.

In diesem Sinne: Happy working… 🙂

LG

Euer Zottl

Phantasy – ein paar Basteleien in Photoshop

geschrieben von admin | Bildbearbeitung | Dienstag 28 Dezember 2010 01:49
„Back to the Roots“ schwirrte mir durch den Kopf als ich die folgenden Bilder in Photoshop zurechtfummelte. In meiner Anfangszeit der Fotografie war es genau dieser Grund überhaupt zu fotografieren. Ich wollte völlig neue Bilder entstehen lassen, nicht das- was man aus der Kamera herausholen kann, sondern Composings. Aufnahmem die fesseln sollten, die Geschichten erzählen und die einen in völlig fremde Welten entführen sollten.Als dann irgendwann der Sprung in die Berufsfotografie folgte war schnell schluss mit Lustig und den Composings. Der Kunde bestimmte womit das Geld für die Butter aufs täglich Brot ins Haus flatterte, und da waren Photoshop-Composings ganz schnell auf die hintersten Ränge verbannt. Modeaufnahmen, Beauties, Lifestyle beinhalten alle auch Photoshoparbeiten, aber hier reden wir von digitaler Chirurgie. Dem anpassen von Gesichts- & Körperformen, dem einbringen und optimieren von Hintergründen. Der optimierung von Licht und Schatten, aber zumindest bei mir war da nicht dran zu denken, für Kunden auch irgendwelche fantasievollen Arbeiten abzuwickeln.

In der Weihnachtszeit nutzte ich eine Nacht um mich mal wieder etwas auszutoben. Ich suchte ein paar Aufnahmen aus meiner virtuellen Mülltonne der vergangenen Shootings…und schnappte mir ein paar Stockfotos, die ich vor langer Zeit mal auf meiner Festplatte verbannte. Mit diesen Brocken sollten neue Bilder entstehen…und zwar so, wie ich damals anfing, als ich nächtelang Photoshop quälte um irgendwelche Bildchen zu erschaffen.

Die Schrift ist eine Standardschrift die bisher lange Zeit ungenutzt in den unendlichen Tiefen des Font-Ordners verschwunden war. Auch hier kamen wieder 2 Ebenen zum Einsatz. Schrift hingebastelt, daraus eine Kontur geschnitten und den Gold-Look gebaut. Danach kam der Rot-Verlauf in den Hintergrund…ein fast nicht wahrnehmbarer „Schein nach aussen“ komplettierte diese Titel-Typo…fertig. Im gleichen Style noch ein bisschen optische Spielerei in Form zweier Dreiecke… ein bisschen Formenspielerei…und der Titel stand.

Machen wir uns nichts vor, die Ergebnisse sind nicht geeignet um damit einen Pokal zu gewinnen…und auch die…die von den ganzen top Bearbeitungen der Asse verwöhnt sind werden diesen Photoshopspielereien nicht sonderlich viel abgewinnen können…doch darum ging es auch gar nicht. Mein persönlicher Anspruch ging in eine völlig andere Richtung. In meiner Ausbildungszeit zum Mediengestalter hatte ich ein Faible, welches nach wie vor in mir brodelt…aber nicht wirklich gefordert wird. Schaut man sich Plakate der Blockbuster an erkennt man immer wieder das Zusammenspiel von Typografie…also dem Spiel der Schriftarten und Formen in Kombination mit Bearbeitungen…die richtig Laune machen. Genau das war es auf was ich hinarbeiten wollte. Keine Filmplakat-Kopien oder so….nein…einfach ein paar Bearbeitungen die vor allem als Grundlage von Schrift und deren Bearbeitungen dienen sollten.

Bild Nummer 1 entstand bei einem Shooting mit der fixen Idee uuuunbedingt ein wehendes Tuch zu integrieren. Und da alles nicht so wollte wie ich es mir vorstellte tackerten wir das Tuch auf einen 2m hohen Abschatter im Studio und bliesen ordentlich Luft mit dem Laubpuster hinein. Diese Bilderserie verschwand bei mir in der Versenkung, da ich die eigentlich gewünschte Wirkung nicht erreichte. Also flog diese Serie in die Ablage „P“. Für meine Bearbeitungsgeschichte waren aber solche Aufnahmen ideal, auch wenn die Klamotten sicherlich nicht zum Thema passten. Also stellte ich das Model mit dem Tuch freu und packte Sie als ersten Bestandteil in meine vorbereitete Datei. Ich fummelte mich weiter in den Bodenbereich, in den Hintergrund und in die Wolkendecke.

Als diese Grundlage stand, ging es an die eigentliche Arbeit. Es sollte ein Schriftzug her der dem Phantasy-Style gerecht werden sollte…nur welchen Titel sollte ich da nehmen? Also entschied mich mich ganz einfach den Namen des Models als „Titel“ zu nehmen. Und schon da stand fest, dass das Bild geteilt werden würde. Zum einen die Bearbeitung mit dem Model, auf der anderen Seite wollte ich den Look eines Buchcovers nachahmen. Sowohl Debbie Williams als auch der Unicorn Verlag sind keine existenten Teile die hier zusammenspielen, sondern nur eine fiktive Sache um dem Gesamtbild ein etwas „echteres“ Erscheinungsbild mit auf den Weg zu geben.

Der Hintergrund des Buchcovers entstand durch 2 Ebenen, zum einen eine Ledertextur die ich in einem weiteren Step mit einer Steinstruktur überlagert habe. Die Schrift habe ich aus dem gähnenden Schlund der unendlichen Tiefen meines Font-Ordners ausgegraben. Den Schriftzug grob hingebastelt…eine Kontur geschnitten und den Gold-Look zusammengepfriemelt. Diesen habe ich von Hand mit der Airbrush angelegt, über „abgeflachte Kante und Relief“ verfeinert und den leeren Inhalt mit einem Rot-Verlauf gefüllt. Ein bisschen Schatten hier…ein bisschen anderes Licht da…und ganz am Schluss noch einen fast nicht wahrnehmbaren „Schein nach aussen“…fertig.

Weiter ging es mit dem Geschnörksel darunter. Zwei Dreiecke, dazu eine Rautenform, ein Kreis ein paar handgebastelte Nieten…das zusammen mit Gold und Rot dem Schriftzug angepasst…und das Bildchen war fertig. In meinem festgefahrenen Kopf hat Phantasy zu 90% irgendwas mit einer Fabrzusammenstellung zu tun die irgendwo im gelb, beige, grün und blauen Farbbereich angesiedelt ist…was sicherlich nicht heißen soll: „Weil ICH das so mache ist das genau SO richtig“…*g* Deshalb habe ich dem Bild gleich noch einen anderen Look aufgedrückt…der sehr schön zeigt wie sich ein und die selbe Bearbeitung eine völlig andere Bildwirkung mit sich bringt.

Ob einem jetzt eher die „wärmere“ bearbeitung zusagt…oder ob man sich eher zu den Befürwortern der „kalten Variante“ zählt ist eine Sache des persönlichen Geschmacks. Ich mag beides irgendwie, wobei ich halt speziell die erste Variante als „more Phantasy“ bezeichnen würde.

So saß ich also da, hatte dieses Bildchen zusammengenagelt…als ich auf die Uhr schaute und dachte: „heey…es ist gerade mal hab 2…jetzt haste den Morgen angebrochen…jetzt bringste ihn auch sinnvoll zu Ende…“ *g* Also sollte ein 2. Bildchen zum tragen kommen, nur muss ich gestehen dass ich auf Anhieb keine Richtung hatte, auf die ich hinarbeiten wollte. Also schaute ich mal wieder in meinem Ausschuß-Ordner wo mir ein Bild von Laura in die Hände fiel…welches große Teile Ihres Rückens zeigte. Damit musste doch was anzustellen sein. ;o)

Meine Gedanken gingen zurück, als ich damals das Bild von Tyron veröffentlichte. Diesem hatte ich Dank Photoshop seine Schädeldecke zertrümmert, und sich selbst…als „Jack in the Box“ in seinen eigenen Kopf eingesetzt. 19 Std. Arbeit zum damaligen Zeitpunkt…einfach weil es so ein riesiger Kampf für mich war den Schädel so zu füllen, dass es halbwegs authentisch rüberkam. Gerade den Lichteinfall und das setzen der Schatten machten mir damals echt große Probleme, was dann auch zu dieser heftigen Zeit führte die ich aufbringen musste…um diese Bearbeitung fertigzustellen.

Also lag das Bild von Laura vor mir, mit dieser ansprechenden Rückenfläche. „Da muss ’n Loch rein“…schoss es mir durch den Kopf, nur…womit füllen? Bei einem Typen könnten Maschinenteile nehmen, Platinenteile oder sowas….Terminator lässt grüßen. Aber ein weibliches Model mit einem zarten Körper…puuuuh…kein Schneckenschubbsen da ein geeignetes „Füllmaterial“ zu finden“.

Ich spielte mit dem Gedanken Ihr Blumen und Gräser aus dem Rücken wachsen zu lassen…aber das war mir zu „Ökolastig“…dann folgten springende Delfine…und ich erinnerte mich an meine Zeit als Zeichner im Tattoo-Studio zurück…wo ich es mehrfach erlebte, wie weibliche Wesen völlig sinnbefreit sich solche sinnbefreiten Bildchen auf die Haut tackern liessen…und wenn man sie drauf ansprach wie man dazu kommt sich so’n Quark unter die Haut jagen zu lassen die Aussage folgte: „ich mag halt Delfine…“…okay…Ich mag auch Hasselblads…und Großformat-Kameras…ich liebe meine Beauty-Dish…und nein…ich lasse mir sowas nicht als buntes Bildchen auf den Rücken tackern… ;o) Themenwechsel…

Ich legte Laura also auf den digitalen Operationstisch um Ihr ein ordentlich großes Loch in den Rücken zu schnibbeln…und jaaa…ich geb’s zu…ich habe geschätzte 50 Varianten ausprobiert was man da alles reinpacken kann…und kam einfach nicht zu DEM Punkt wo ich hätte sagen können: „Japp…Alter…DAT isses…das rockt…das ist geil….damit kannste was reißen…“ eher im Gegenteil….meine Verzweiflung liess‘ meine Gedanken schon dahin kreisen das Bild ins lustige zu packen und einen Läberkäse aus der Rückenöffnung raushängen zu lassen. Ich verlor immer mehr Zeit…und ich dachte für mich: „scheissegal jetzt…pack‘ irgendwas rein…und am Schluss legste was drüber…dass man gar net mehr auf den ersten Blick erkennt dass Du da am Rücken rumgeschnibbelt hast…“

Genau damit konnte ich mich dann anfreunden. Sicherlich nicht schön, aber selten…könnte man das Ergebnis beschreiben welches ich dann doch in alter „Männermanier“ aus Stahlstreben zusammenfummelte…die das innere Gerüst von Laura bilden sollten. Wie gesagt….egal…wird am Schluss so hingetrickst dass der Blick da nicht ganz so exzessiv drauf gelenkt wird. Ein bisschen Lava vorne, ein bisschen Endzeitstimmung hinten…und ein Touch von „Herr der Ringe“ mit dem Schlösschen links im Bild…so entwickelte sich das Ganze zu einer Gesamtkomposition die dann wieder als „Unterlage“ für einen Schriftzug dienen sollte.

Das Namensproblem wurde sehr schnell gelöst, hat sich doch schon bei Bild Nummer eins bewährt einfach den Namen des Models zu nutzen. Diesmal wollte ich zwar wieder Gold mit einbringen…aber massiver. Also nix Kontur…sondern mal „aus dem Vollen gefräst“. *g* Wobei…nicht gaaanz richtig…ich habe sehr wohl eine Kontor verbaut…wobei ich diese sehr schmal gehalten habe. Das Gold wurde wie gehabt erstmal geairbrusht, mit „abgeflachte Kante und Relief“ in seine endgültige Form geschubbst…und mit der Kontur vom Hintergrund abgesetzt. Das Geschnörksel darunter ist nichts anderes wie eine handgezeichnete Form die ich über „verbiegen“ zurechtgedrückt habe…und das Steinchen in der Mitte ist eine abgerundete Raute die ich auch verbogen, zerschnitten, neu zusammengesetzt und der Farbgebung der Schrift angepasst habe.

Nachdem Laura in diesem netten Umfeld ihren Platz fand kam das Ganze stimmungsmässig irgendwie zu lasch rüber…irgendwie fehlte noch der letzte Kick…den ich dann per Nebel einfügte. Dies schien das Pünktchen auf dem i zu sein und das Gesamtbild machte zumindest mich, zu dem Zeitpunkt der Fertigstellung (irgendwann morgens um 5) zufrieden. Dennoch liess‘ ich es mir nicht nehmen auch hier nochmal abschliessend die kalt-warm Direktvergleichsgeschichte nochmal aufzurufen. Wie war das? Wem was besser gefällt ist egal…nennt sich „persönlicher Geschmack“… 🙂 Noch eine Sache wollte ich den beiden Bildern zufügen…einen ganz speziellen Schriftzug den ich in ein „auf die Schnelle“ zusammengestricktes Bildchen hämmern wollte. Es ging einfach nur um das Wort „Phantasy“, welches ich in einer ganz besonderen Variante basteln wollte. Ich wollte die Elemente der vorangegangenen Typos verknüpfen und etwas erweitern. Also Gold und Rot musste da rein, eine Kontur ebenso uuund es musste so aussehen als wären die einzelnen Buchstaben so dreidimensional sind dass man deren Material schon vom ansehen „spüren“ kann. Also musste ein gewisses Maß an Tiefe eingebracht werden, und die Kontur aussen wieder dazu genutzt werden die Buchstaben vom Hintergrund zu lösen.


Ich behalf mir natürlich auch über einen Schlagschatten, der hier nicht gerade sparsam zum Einsatz kam. Das Zusammenspiel aller Faktoren zeigte dass es problemlos möglich ist diesem Ziel an „Greifbarkeit“ sehr schnell näher zu kommen.

Die Bearbeitung an sich beinhaltet insgesamt die identischen Bildelemente der vorangegangenen Bilder. Teilweise andere Bildteile, andere Ausschnitte und joah…hier war die Bearbeitung weniger liebevoll…aber heey…war ja nur ’n bissi Spielerei…ohne jeglichen Anspruch auf den Friedens-Bearbeitungs-Preis oder sowas…als kleine Anmerkung: Das Model auf dem Bildchen ist Marigo…einfach auf www.model-kartei den Namen in die Suche eingeben und schon wird man fündig.

Joah…wieder eine Seite gefüllt mit dem in meinem Blog definitiv zu kurz gekommenen Thema „Bildbearbeitung“. Dem wirke ich aber entgegen…ich habe ein größeres Projekt in den Startlöchern stehen…und da gebe ich mal einen Einblick hinter die Kulissen…wird sicherlich interessant. Also…Ohren steif halten…und fummeln…in Photoshop…so kann man sich viele lange Nächte um die Ohren schlagen.

Ganz viele Grüße

Euer Zottl

mein No Go… „Haut“ + „Weichzeichner“

geschrieben von admin | Bildbearbeitung | Dienstag 19 Oktober 2010 16:00
Ganz ehrlich, ich habe keinerlei Probleme damit wenn ich gefragt werde wie ich dies und das machen um zu einem bestimmten Bildlook zu kommen. Ich gebe auf Anfrage auch gerne mal Unterstützung was meinen Stil der Bildbearbeitung angeht. Aber wenn es was gibt, was mich zur Weißglut bringt, dann ist es die Aussage: „um die Haut schön zu bekommen, packen wir da ordentlich Weichzeichner drauf“.
Okay, ich geb’s zu…ich hab jetzt beim schreiben ’n Puls von 182…aber ich bin ruhig….gaaanz ruuuuhig….Es gibt prinzipiell kein richtig oder falsch in der Bildbearbeitung. Die Geschmäcker sind verschieden, ganz im Gegensatz zu dem was sich meine Kunden wünschen. Da heißt es (verständlicherweise) die Bearbeitung „muss passen“…und nein…eine Bearbeitung auf der die Haut mit Weichzeichner glattgebügelt wurde passt nicht! Punkt! Ende!

Wir kennen alle den Look aus Magazinen, Anzeigen, Werbedingens und Bumens…und neee…da wird man never ever was sehen was mit Weichzeichner in Verbindung zu bringen ist. Zumindest nicht von Firmen die auch nur halbwegs was auf sich halten, und einen Anspruch an ihre eigene Werbung haben. Da hat die Haut Poren…da ist nicht alles wegretuschiert was auch nur annähernd mit „Falte“ zu bezeichnen ist…und da sieht Frau noch zumindest halbwegs nach Frau aus…und nicht nach „Puppe“. Selbst wenn der Auftrag lautet eine menschliche Puppe darzustellen (kam vor kurzem rein) dann hat MEINE Puppe auch noch Poren.

Mit mir darüber zu diskutieren ist in etwa so sinnvoll wie sich sein Bein mit der Rohrzange abzuschrauben. Weichzeichner + Haut = NO GO!!!

Und auch wenn „meine“ Jungs nach einem Shooting Blut und Wasser schwitzen wenns an die Bildbearbeitung ihrer eigenen Bilder geht, wird jedes Pickelchen von Hand entfernt und jede Pore erhalten.
Was andere machen ist für mich uninteressant. Und wenn in der MK (www.model-kartei.de) tausende Fotografen sind die ihre Models mit Weichzeichner in Grund und Boden matschen so ist es allein deren Sache sich mit diesen Ergebnissen zufrieden zu geben. Ich muss bei sowas dann weiterklicken…seeeehr schnell weiterklicken. *g*

Da ich bei meinen letzten Projekten mehrere Aufnahmen hatte die wohl den Anschein hatten daß auch ich rumgematscht habe…möchte ich das eben mal schnell revidieren. Und veröffentliche mal die Aufnahmen in Webgröße…zusammen mit den 100% Ausschnitten der Originalgröße. So kann sich jeder davon überzeugen daß ich nicht nur ’ne große Klappe und ’ne schnelle Zunge habe…sondern auch wirklich drauf achte daß Haut noch Haut bleibt.

Die neue Geige von Rosenstolz

geschrieben von admin | Allgemein,Bildbearbeitung,Models & Shootings,Spezielle Fotografie | Dienstag 19 Oktober 2010 12:15

Helmut Siegert heißt der gute Mann der als Geigenbauer den Auftrag bekam das neue Schmuckstück für die Berliner Musikgruppe „Rosenstolz“ zu bauen. Es sollte nicht einfach nur irgend eine Geige werden, weiss sollte sie sein, mit handgemalten Ornamenten, mit aufgeklebten Steinen und einem Totenkopf am Griffende. Diese Vorgabe wurde von Helmut Siegert meisterlich umgesetzt.  Von Grund auf wurde dieses Meisterwerk in stundenlanger Handarbeit erschaffen und landete dann noch vor Auslieferung an Rosenstolz bei uns im Studio um in Szene gesetzt zu werden. 

Ganz ehrlich, es ist ein komisches Gefühl dieses Teil in die Hand zu nehmen wenn man weiß das dieses Heiligtum demnächst auf den verschiedensten Bühnen zum Einsatz kommt und nicht nur als Instrument, sondern auch als Schaustück dienen wird. Vom Wert den man in Händen hält mal ganz zu schweigen.

Jetzt stand die Frage im Raum wie man diese Geige idealerweise in Szene setzt, und was die Aufnahmen vermitteln sollen. Klar musste erstmal „das Produkt“ inszeniert werden, also packte ich die Geige auf ein Stück schwarzen Stoff den ich etwas faltig auslegte um den Unterbau (bestehend aus einer Tüte gefüllt mit Sand) zu verdecken. Ich wollte eine ordentliche Vignettierung, also musste ich ein Spotlicht setzen, was mir aber leider nicht ausreichte auch den Totenkopf entsprechend auszuleuchten. So musste ich auf einen weiteren Blitzkopf setzen.

Ich entschied mich für den SD-600 den ich mit einer Beauty-Dish samt Wabe ausstattete als Hauptlicht. Der Totenkopf bekam sein Licht durch einen kleinen M-180 den ich ebenfalls mit Wabe und dem 4-Klappenvorsatz ausstattete. Mit diesem simplen Setup war es mir möglich den Look der Aufnahme auszuarbeiten. Da ich aber nicht wirklich der Meister des Drapierens bin, musste meine Freundin mir Unterstützung leisten. So wurde von Ihr eine Rose zerfleddert und in Ihre Grundbestandteile zerlegt. Der Rosenkopf wurde durch ein Stückchen Styropor gehalten und die Rosenblätter einfach aufgelegt. Nach ein wenig hin und herschieben, ein bisschen Feingefummel am Licht war die Aufnahme dann auch im Kasten.

Jetzt wollte ich natürlich nicht nur die „nackte“ Geige und den Bogen ablichten, sondern das Teil auch im Einsatz inszenieren. Richtig geil sowas umsetzen zu wollen, wenn man vom Geigenspiel so viel Ahnung hat wie’n Bernhardiner vom segelfliegen. Also wurde im Netz gestöbert…wie hält man den Bogen…wie die Geige. Google sei Dank dauerte es nicht lange bis ich wusste was ich dem Model mit auf den Weg geben musste um die entsprechenden Anweisungen zu geben.

Apropo Model, da sollte ja auch was her was ich passend zum Thema integrieren kann. Also mal eben schnell bei der Agentur Birdcage angerufen und verklickert was ich brauche. Wie der Zufall es wollte war gerade „Rachil“ im Haus, die nicht nur auf meine Vorgaben passte wie die Faust auf Auge, sondern auch tierisch Bock hatte diese Thematik mit mir umzusetzen. Also kurzerhand zugesagt und am nächsten Tag Model Rachil im Studio begrüßt.

Ich liebe es wenn ich mit einem Model vom Fleck weg warm werde, man sich versteht, und auf einer Wellenlänge schwimmt was eine bestimmte Bildrichtung angeht. Begeisterung auf beiden Seiten.

Ich wollte 2 Sachen unter einen Hut bekommen. Zum einen musste die Geige so in Szene gesetzt werden daß das Model nicht untergeht. Desweiteren wollte ich Erotik einbauen ohne das Ganze „billig“ aussehen zu lassen und gaaanz wichtig, egal wie „nackt“ das Model auch auf dem Bild zu sehen ist muss die Erotik durch den Ausdruck des Models, nicht durch Brüste oder sowas rüberkommen.

Rachil wusste von Anfang an daß wir da was nettes auf die Beine stellen würden, und bewies bis zur letzten Aufnahme daß meine Ansprüche an Ausdruck bei Ihr nicht zu hoch angelegt waren. Die ersten Testaufnahmen versprachen ordentliche Ergebnisse und wir wussten schon nach wenigen Auslösungen, daß wir das Hauptbild mit einem schneeweißen Hintergrund ausarbeiten würden.

In der Postproduction würde ich dann für ein sehr helles Hautbild sorgen und speziell Haare, Lippen und Augen hervorheben. Die ebenfalls weisse Geige sollte durch Ihre dunkleren Bestandteile zur Geltung kommen. Also einerseits luftig leichte Aufnahmen, die durch die gegebenen Kontraste wirken sollten. Ich denke dies ist uns gelungen.

Zum Lichtsetup: Ein SD-1000 mit Beauty-Dish und Wabe als Hauptlicht, ein SD-600 mit Snoot (ohne Wabe) als Haarlicht, und 2 SD-1000 jeweils mit Striplight wüteten auf voller Leistung von hinten um den Effekt der Überstrahlung einfliessen zu lassen.

Dennoch wollte ich es damit nicht beenden. Ich hatte eine weitere Bildidee, die mich durch eine Bearbeitung (die ich vor kurzem fertigstellte) beeinflusste. Ich wollte eine „dunklere“ Aufnahme haben, mit einem Boden der recht rustikal wirken sollte und einem Hintergrund mit etwas „grungigen“ Wirkungsgrad.

Also durfte sich Rachil in Glanzleggins werfen und eine Pose einnehmen die wohl keinem Model gefällt. Spreizbeinig sitzend ist ja keine wirkliche Anforderung, aber 10cm Absatz an den Tretern und dann die Fußspitzen auf den Boden zu bringen ist ein Widerspruch in sich. Nein, kein Pardon…die Füße müssen für diese Aufnahmen auf dem Boden stehen, egal wie. *g*
Ich weiß daß es reiner Hass war der Rachil zum Zeitpunkt der Aufnahme erfüllte, das Ergebnis schien sie aber vergessen lassen was ich da von ihr verlangt habe.

Zum Lichtsetup: ein SD-1000 bestückt mit einem Big-Beam Reflektor (den ich zur Zeit teste, und wohl ins Liefersortiment von Illuminate Flashsystems übergeht) dazu ein SD-600 mit dem 4-Klappenvorsatz den ich mit Wabe ausstattete um ihn als dezentes Haarlicht von hinten einzusetzen.

So hatte ich endlich auch mein etwas düsteres Bild und das Shooting war gegessen. Die Geige ist zwischenzeitlich wieder beim Geigenbauer und wartet darauf endlich bei Rosenstolz zum Einsatz zu kommen.

LG

Zottl

Nachfolgend das Video zum Shooting:

Loch im Kopf

geschrieben von admin | Bildbearbeitung | Mittwoch 30 Juni 2010 21:12

Ich glaube kein Bild welches ich bisher bearbeitet habe, hatte eine Resonanz an Fragen wie dieses.

Die Idee hierzu entstand im Studio als ich mit Model Tyron an einer Bilder-Serie arbeite die schon recht „Psycho“ angehaucht war.

Dank Tyrons Fähigkeiten mit Mimik und Ausdruck Gas zu geben als gäbe es kein Morgen mehr, war es ein leichtes die hierzu benötigten Aufnahmen in den Kasten zu bekommen.

Also wurde ein Portrait fällig welches mit leicht nach untem geneigten Kopf aufgenommen werden musste, um auf der Stirn und der Schädeldecke genug Platz zu haben um das Loch unterzubekommen.

Dazu dann die Aufnahme mit dem Stirnband, speziell hier durfte Tyron seinen Fähigkeiten freien Lauf lassen und so „psycho“ wie nur möglich in die Kamera grinsen.

Also fangen wir mal mit dem recht bescheidenen Ausgangsbild an. Dies (ich muss das hier und jetzt mal klarstellen) entstand vor über 2 Jahren…also zu meiner Zeit als ich noch als offizieller Vollblut-Anfänger meine ersten Schritte innerhalb der Fotografie zurücklegte. Mein Vorteil: Ich konnte damals schon auf eine recht weitreichende Erfahrung in Photoshop zurückblicken, was mir natürlich sehr entgegenkam meine damals eher technisch „schlechten“ Aufnahmen entsprechend aufzupeppen.

Ich startete also mit einer Tonwertkorektur um dem Bildchen ein bissi mehr Kontrast mit auf den Weg zu geben.

Dann kam die eigentliche Arbeit, das Loch im Schädel musste ausgeschnibbelt werden. Mit dem Polygonlasso gab ich also die Form vor. Man sollte darauf achten daß hier nicht nur „irgendein“ Loch entsteht, sondern dieses auch einigermaßen „anatomisch korrekt“ aussieht. Also habe ich die Form des Schädels einigermaßen berücksichtigt und munter ausgeschnitten was weg musste.

„Einfach nur’n Loch“ sieht ja doof aus, und nicht wirklich „echt“. Also mussten ein paar Narben her. Diese habe ich aus Wand- & Steinstrukturaufnahmen passend zurechtgebogen, zurechtradiert und farblich angepasst. Sieht doch schon mal aus als würde es in die richtige Richtung gehen…Direkt im Anschluss noch den Hintergrund weggenommen…der Kollege soll ja auf dem endgültigen Bild eine ganz eigene Wirkung bekommen, da gehört der Hintergrund natürlich mit dazu.

Okaaay…jetzt wirds fies, was hier aussieht wie auf Knopfdruck eingefügt, waren zum damaligen Zeitpunkt geschlagene 4 Stunden Arbeit…ich hatte ja kein Referenzmaterial…mein Blick für logische Licht- & Schattenspielereien waren damals auch noch nichts sooo ausgeprägt…aber mein Anspruch das so gut ich kann hinzubasteln…war nicht ohne…also musste ich das innere der Schädelwand nicht nur optisch so gestalten daß diese „rund“ bzw. gebogen rüberkommt, sondern auch ein Licht- & Schattenverlauf integrieren der dem Ganzen ein optisch echtes Erscheinungsbild vermittelt.

3 Dimensionen…hmm…was fehlt also? Richtig…die Kanten der Schädeldecke. Diese habe ich Stück für Stück von Hand gebaut, und mit den entsprechenden Verläufen versehen.
Dieser Arbeitsschritt war für mich schon was finales. Kam doch so schon der erste Einsruck des fertigen Lochs zum tragen.

Weiter gings dann mit Tyron in klein.. Sollter er doch selbst aus seinem Kopf erscheinen. Also freigestellt, transformiert, angepasst…und ins Loch gebastelt. Noch nicht ganz das, was es mal sein sollte…aber heey…das Ding kam meiner Vorstellung schon heftigst nahe.

Jetzt wollte ich gaaanz schnell sehen wie das Bild wirkt wenn der Hintergrund entsprechend eingebaut ist. Also habe ich mir aus einer Struktur, viel Bewegungsunschärfe und Polarkoordinaten einen Hintergrund zusammengezimmert und eingebaut. Die farbliche Anpassung war hierbei das einfachste.

Der krönende Abschluss: die feineren Farbanpassungen aller 3 Elemente. Am meisten hat Tyron im Kopf abbekommen, hier kam die Farbbalance ebenso zum tragen wie die selektive Farbkorrektur. Nach ein wenig hin- & herschieben der Regler hatte ich dann das, was ich wollte: Ein Bild mit einer eigentlich recht kaputten Idee, aber einer ansehnlichen Umsetzung die selbst Kinder nicht erschreckt. Zum damaligen Zeitpunkt geschlagene 9 Std. Arbeit. Aber heeey…man gönnt sich ja sonst nichts…oder?

Ich hoffe ich konnte Einigen von Euch einen kleinen Einblick in meine Arbeitsweise geben und vielleicht sogar eine Grundlage für neue Bildideen mit auf den Weg geben. In diesem Sinne…happy Shooting…

Euer Zottl

Beauty-Retouche

geschrieben von admin | Bildbearbeitung | Freitag 17 Juli 2009 02:57

Es ist noch gar nicht soo lange her als in den einschlägigen Fotografie-Foren heiße Diskussionen entbrannten. Das leidige Thema: Beauty-Retusche Pro & Kontra. Während die „alte“ Generation der Fotografen noch lauthals nach der analogen Fotografie schrie…und die Jünger der Knipserei sich begeistert in Photoshop austobten…schien es keine wirkliche Einigung zu geben. „Damals haben wir auch nicht in den Bildern herumgefuhrwerkt“ und…“da musste man genaaau wissen was man hinter der Kamera anstellt, sonst hatte man keine Aufnahmen am Ende des Shootings, sondern schlichtweg Müll.“ waren die Kernaussagen derer, die meiner Vermutung nach…heute noch aus Holztellern essen, und sich Ihr Futter nicht im Supermarkt erstehen…sondern noch mit dem Prügel in den Wald marschieren.

Es ist schlichtweg nicht richtig zu behaupten „früher hat man an den Bildern nichts gedreht“…ich sage nur „Sandwichtechnik“…Spielereien mit der Entwicklerflüssigkeit…da wurde auf den Bildern herumgewedelt…herumgekratzt…und…und…und… Natürlich hat sich der Markt gewandelt, und der Workflow der Fotografie ebenso…ich kann heute (Digitaltechnik sei Dank) auch als Unfähiger ein Model hinstellen, ein bissi Licht draufpacken…und 5000 mal auf den Auslöser drücken…mit Sicherheit ist da zumindest EINE Aufnahme dabei die einigermaßen verwertbar ist…Das Teilchen schiebt man dann durch Photoshop…und schon kommt da ein supertolles Bildchen zum Vorschein. Ja neee…is klar… *augenroll*

Nachdem sich der Run auf Bildbearbeitungsprogramme noch immer nicht gelegt hat…die selbsternannten Götter der Bildbearbeitung teilweise ein Talent an den Tag legen daß ich mich schon nicht mehr fremdschäme daß sich unsere Jugend bei Deutschland sucht den Superstar vollends zum Affen macht…ist das…was sich da „auf dem Markt“ tummelt und sich „Bildbearbeiter“ schimpft zwar mehr Pixelvergewaltiger…und „Ersteller augenkrebserregender Kunstwerke“ dennoch ist die Bildbearbeitung heutzutage nicht mehr wegzudenken. Keine Anzeige in einem Magazin ohne sauber retuschierte Gesichter unserer Promis, faltenfreie und pickellose Haut…straffe Oberschenkel…traumhafte Hüftpartien…und Po-Formen…die dem Betrachter das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.

Genau so entstehen Illussionen…und Frau Nachbarin von Nebenan bekommt die Vollkrise…stürzt sich von Slimfast zu den Weightwatchers…weil man ja zumindest annähernd so toll aussehen will wie die Girls im Magazine. Daß aber auch Models nicht wirklich makellos sind, will keiner hören. „Wenn die nicht so tolle Figuren hätten…und so tolle Haut…wären die ja keine Models“ kommt da als logische Erklärung…da jetzt weiter einzusteigen…werde ich unterlassen…schon alleine wegen meines Blutdrucks… 😉

Einfach um mal zu zeigen, was man in ca. 6 min. in Photoshop erreichen kann, habe ich mal schnell ein „Ausschuss-Bildchen“ eines vergangenen Shootings genommen…und bearbeitet…um mal einen vorher-nachher Vergleich zu zeigen. Diese Bearbeitung ist weder aufwendig, noch schwer…noch sonstwas…eher ’n Quick & Dirty…um zu zeigen wie sich eine Bearbeitung schlussendlich bemerkbar macht…

Weil wir gerade beim Thema sind…und ich immer wieder gefragt werde: NEIN…ich benutze keinen Weichzeichner auf der Haut…sowas ist…zumindest für mich…(sorry) dilletantisch…und eine Technik die gerne von denen genutzt wird…die sich einfach noch nicht weit genug in die Thematik eingearbeitet haben…oder sich nicht anders zu helfen wissen Haut glatt und weich zu bekommen. Nachfolgend ein Ausschnitt der obigen Bearbeitung im 100% Crop…wie man sieht…sind da Hautporen zu sehen…keine Matscherei…sowas wäre für mich definitiv nicht vertretbar.

Jepp…so richtig richtig vorbildlich ist dieser Ausschnitt nicht wirklich…leichte Überschärfungsspitzen…aber genau deshalb wurde das Bildchen eigentlich auch rausgeworfen…Unschärfe leider nicht da wo sie hingehört…auf’s Auge… 🙁

Photoshop X-TREME

geschrieben von admin | Bildbearbeitung | Donnerstag 16 Juli 2009 01:50

Photoshop gehört zur Fotografie wie das Salz in die Suppe…und was man mit Photoshop…ein bissi Zeit…und ordentlich Know-How alles anstellen kann, verdeutlicht dieses nette Video.

Auch nicht schlecht…oder?

Und auch diese Grazie kommt um eine ordentliche Portion Photoshop nicht herum… 🙂

Eine Haut…wie’n Model… 😉

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