Leistenbruch,Fahrzeugwahn und back to the Roots

geschrieben von admin | Models & Shootings | Mittwoch 25 April 2012 23:44

Viele Geschichten beginnen mit „es war einmal…“, meine hingegen beginnt eigentlich mit: „Mann…eeeyyy“ aber ich will ja nicht gegen die guten alten Sitten verstoßen, also gehen wir back to the Roots…und behalten zumindest mal das bei…zumindest fast.

Es begab sich „vor kurzem“…Stefan und ich hatten eigentlich die Aufgabe ein Vogelnest zu bauen…(is jetzt kein Witz)…3m Durchmesser…eine Höhe um ein Model ausgestreckt darin in Pose rücken zu können…und hoch genug um wallende Kleider da irgendwie in Szene zu setzen. Nachdem (man erinnere sich an unseren Leitspruch) das gelinde gesagt so vollends in die Hose ging, entschlossen wir uns eine völlig andere Sache als „Ersatzleistung“ zu starten. Also bauten wir ein Set in Form von 2 Wänden, schön ala Hollywood in Kulissenform…3m x 3m x 3m…klatschten da Farbe rauf…und eigentlich wäre damit dann auch alles erledigt gewesen…hätte ich mich nicht irgendwie unglücklich bewegt, und mir ganz erotisch *knacks* einen Leistenbruch zugezogen.

Nach dem heutigen Stand der Medizin ist sowas ja gleichzusetzen wie ’n abgebrochener Fingernagel…aber ich wäre nicht ich wenn bei mir alles normal verlaufen würde. Erste Voruntersuchung: „Jawoll…Sie ham ’n Leistenbruch…nicht weiter schlimm…machen wir endoskopisch…“ zu Deutsch…dat is Pille Palle.

Beim angesetzten OP Termin stellte sich dann heraus dass da ein bissi was verrutscht ist…und ich einen neuen OP Termin bekomme…2(!!!) Wochen später. Egal, die Docs wissen schon was sie machen…also wurschtelte ich mit immer stärker werdenden Schmerzen lustig vor mich hin. Shootete noch zusammen mit Sandra Schmidbaur die Abschlussprüfung der Azubis der School of Make-Up Artists von Ursula Haas…um dann irgendwann zur zweiten Voruntersuchung zu marschieren. „Hoppala…Sie waren aber nicht wirklich zu Hause und haben sich geschont?“ „Aach neee?“ Ich bin selbständig…heißt ich arbeite selbst…und das ständig…da is nix mit zu Hause auf’m Sofa rumlümmeln…

„Jaaaa da können wir endoskopisch leider nix mehr machen, der Bruch ist aufgegangen…blaaaablubb…Schnitt von oben…blubber…dauert ca. 1 Std.“
Jetzt mal ehrlich…wenn man schon ’ne Vollnarkose bekommt…isses doch sowas von Latte ob die nu 5 min. rumschnippeln oder 3 Stunden…naja…die Opera(r)tisten hatten sichtlich Spass an mir…und weiteten die Schnippelei dann mal auf 5 Stunden aus.

Laut diverser intelligenter Aussagen auf Facebook anderer Betroffener Personen die schon Erfahrungen mit einem Leistenbruch hatten ist das ja „’n Klacks“…“Kindergarten“…“nicht erwähnenswert“…usw. Dumm nur wenn man daran glaubt…und mit dem Gedanken in die Klinik marschiert, dass man nach der OP aufwacht…heimlatscht…2-3 Tage den Ball flach hält…um dann wieder der Arbeit nachgeht.

Ich war 4 Tage Schmerz pur…und zwar am Stück…meine „persönliche Pflegerin“ hatte sichtlich Freude sich mein Gejaule anzuhören. Liegen tat weh, sitzen tat weh…an Husten und Niesen war nicht zu denken…und sollte sich doch mal ein kleiner Nieser aufstauen, war das vergleichbar mit einem Messer welches bis zum Griff im Bauch bewegt wird.

Meine bekannt ruhig und besonnene Art zog mich dann aber nach ein paar Tagen doch wieder ins Studio…wo ich zumindest einen Grund zum lachen bot. Ein Gang wie’n rüstiger Rentner…heben is nüsch…in die Knie gehen ist nicht…dezent ausgedrüclt…egal was ich auch machen wollte…es war alles mit Einschränkungen. Dumm wenn man als geborenes Hibbelchen unterwegs ist…

Dann die Schrecksekunde…nach über 1 Woche nach der OP…Die Beule war wieder da…dicker als vor’m Bruch…Aua. Erste Diagnose, der Bruch ist wieder auf…aber Entspannung…neee…is alles im Lack.

Ich latsche zwischenzeitlich wieder wie’n Mensch…zumindest halbwegs. Ich darf zumindest die Kamera heben…nur die für mich typische breitbeinige Shootinghaltung (Ich variiere so meine Arbeitshöhe) kann ich mir getrost in die Haare schmieren…und nein…wir drehen kein Video von irgendwelchen Shootings bis ich wieder „ICH“ sein kann…und über einen Bewegungsapparat verfüge der für mich typisch ist…*g*

So…haben wir das Thema endlich vom Tisch…und kommen nun zum nächsten. Nach der Veröffentlichung der letzten Aufnahmen erreichten mich viele Mails. „Ja Alter, was geht…nur noch Autos, Moppeds und halbnackte Mädels…watt’n mit Dir los?“

Ich kann entwarnen…NEIN…ich habe nicht vor die Fahrzeugfotografie zu meinem Steckenpferd zu machen…aber als Berufsknipser shooteste genau das was Geld ins Kässchen spült…
Durch Zufall geriet ich an einen amerikanischen Pick Up…und dieses Höllengerät brachte einen Stein ins rollen…womit niemand gerechnet hätte.

Dem Brummer folgten ein Chevrolet Camaro, eine Harley ein dies, ein das ein jenes…und irgendwie riss diese Schiene nicht ab, und zog immer weitere Kreise. Ein Firma aus Frankfurt hatte von den Bildchen und dem Look Wind bekommen, und fand das sehr ansprechend…und platzierte gleich mal 5 Fahrzeuge im Auftragsbüchlein. Durch die entsprechende Empfehlung kam auch gleich ein weiterer Hobbybastler auf mich zu, und liess sich auch gleich mehrere TöffTöffs als Poster zurechtbiegen…und zum Schluss stand Gigamot auf dem Plan. Ein Rennstall der sich speziell den BMW/Minis verschrieben hat. Die Halle liegt nur wenige Minuten vom Studio entfernt, und der erste Job lautete ein paar Impressionen zu shooten.

Stefan packte die Technik zusammen, und wir fuhren los. Bekanntermaßen bin ich kein Freund von schwarz/weiss Aufnahmen, „available Light“ ist für einen Blitztechnikfuzzi wie mich natürlich keine ernstzunehmende Grundlage…und offenblendig arbeiten…ist für mich wie autofahren mit gezogener Handbremse.

Jooah…die Impressionen sollten dann in s/w auf den Sensor geprügelt werden…aufgrund meiner eingeschränkten Möglichkeiten die Stative hin und her zu wuchten…und der Tatsache dass auch Stefan mit einer eigenen Aufgabe betreut wurde kam es so wie eigentlich immer…anders als gedacht.

Da stand ich nun…mit einer Kamera die so high-ISO fähig ist wie mein Kühlschrank zu Hause…meine super-lichtstarken Objektive beschränken sich auf ein einziges Exemplar…der altbekannte Joghurtbecher von Canon…das 50mm f:1.8 (Ich HASSE Festbrennweiten!!!)

Meine geliebten Blitzköpfe wichen einer Glasfront, die mir das Licht für den Spass spendieren sollte…also nix mehr „Herr übers Licht“…sondern eher „Lichtsklave“. Wenn man gewohnt ist nicht nur eine Sonne zu haben…sondern…wenn man es will und braucht…auch mal 13 Sonnen so zu platzieren…dass das Licht genau DAS macht was man will…ist das ein Luxus der Sonderklasse.

Meine 5D (Mark I) rauscht bei ISO 400 schon wie’n Kieslaster…kann ab Werk nur „echte“ ISO 1600…und hat sowas wie „interpolierte“ 3200 ISO mit der Bezeichnung „H“ wie „Heieiei…dat wird nix“…

Ich prügelte also die ersten Aufnahmen in die Kamera…um mich dann hinzusetzen und mir das Leid mal auf dem Display meiner Kamera anzuschauen…und ganz ehrlich…es packte mich der Ehrgeiz.

Fotografie in seiner reinsten Form…’ne Knipse…’ne Linse…und Licht was da halt so rumfliegt…genau DAS nehmen und was geiles draus machen…das brannte sich irgendwie in mein Hirn…und ich erlebte eine für mich bisher fast unbekannte Art der Knipserei.

Völlig verrauschte Bilder? Scheissegal…irgendwie stylish…(zumindest in schwarz/weiss) ich arbeitete mit Blendwerten zwischen 1.8 und 11…meine Belichtungszeiten bewegten sich von einer drittel Sekunde (ich erinnere nochmals…ich shootete frei Hand…nix Stativ…man kann sich auch als Laie vorstellen was da so aus der Kamera kommt…) und mit ISO-Werten zwischen 400 und „H“ (3200)

Ich kam mir vor wie in einem Wahn…Linien finden, anordnen, Licht durch Körperbewegung „steuern“…und ja…ich fand die Ergebnisse geil…zumindest in klein auf dem Kamera-Display. 😀

Ich hätte mir niemals träumen lassen dass ich zum einen so einen Spass an dieser puristischen Fotografie haben könnte, und schon 3 mal nicht dass ich darin aufgehe und immer kreativer arbeiten werde. Die ersten Überraschung erfolgte dann in der Bridge, beim sichten der Aufnahmen. Ja…klar waren da auch viele unscharfe Aufnahmen dabei…aber es waren weitaus mehr Bilder dabei deren Schärfe auf den Punkt saß als ich dachte. Das rauschen? Fand ich einfach nur geil…und die Entwicklung der RAW’s mit den extremen Kontrasten machte auch tierisch Laune.

Ja…es ist was neues für mich…aber ich habe mich verliebt, und eine neue…für mich unkomplizierte Art gefunden in Zukunft auch mal wieder „einfach so“ mit der Kamera loszuziehen.
Bisher undenkbar…bei jedem auch nur klitzekleinen Shooting, mussten weiss Gott wieviele Blitzköpfe und Lichtformer mit…alleine die Explorer schlagen bei uns schon mit über 70kg rein…so wirklich funny und „schnell“ ist das natürlich nicht…aber…egal was auch ist…ich habe MEIN Licht am Start…und kann damit frei arbeiten…und zwar genau sooo wie ich gerade will…oder der Kunde es wünscht.

Aktueller Stand der Dinge…es kommen noch mehr Fahrzeuge…die Kunden kommen aus allen Richtungen…und geshootet wird kreuz und quer, altes Blech, hypermoderne Sportboliden, amerikanische Hubraum-Monster und japanische Rennsemmeln…im Studio, draussen, mit Blitz und ohne…das volle Programm…und ich muss zugeben, ich freue mich auf die kommenden Aufgaben.

Nachfolgend mal ein paar der Aufnahmen der letzten Zeit…

Liebe Grüße

Euer Zottl

2 Comments »

  1. Comment by Daniel — 14. Mai 2012 @ 07:33

    Na, also kurz und knapp: Alles beim alten 🙂

    Grüße auch Shanghai

  2. Comment by admin — 15. Mai 2012 @ 09:18

    *lol*…jooah…mehr oder weniger… 🙂

    Weiterhin viel Spass und Erfolg da unten… 😀

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